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Der EDSA publiziert neue Richtlinien betreffend die Datenverarbeitung im Rahmen von online Services – Was Sie wissen müssen

Posted by on 15 April 2019

Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat im Rahmen seiner neunten Plenarsitzung im April dieses Jahres eine Richtlinie für die Interpretation von Art. 6.1 lit. b Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Kontext von online Dienstleistungen zur öffentlichen Beratung publiziert.

EDSA-Richtlinien-Datenverarbeitung-online-Services-Benz-MattigDie Grundrecht Charte der Europäischen Union (EU) und die DSGVO stellt klare Rahmenbedingungen für die Bearbeitung von personenbezogenen Daten auf. So wird verlangt, dass die personenbezogenen Daten auf faire Weise, zu einem bestimmten Zweck und auf der Basis von bestimmten Grundlagen bearbeitet werden. Eine dieser in der DSGVO festgehaltenen Grundlagen ist die Notwendigkeit zur Erfüllung eines Vertrages.

Im Hinblick darauf, dass unsere heutige Gesellschaft 24/7 online ist und eine Vielzahl von vernetzten Geräten einsetzt, welche gerade für durch Werbung finanzierte Social Media oder E-Commerce Anbieter zentral sind, hat der EDSA Leitlinien zur Anwendung von Art. 6.1 lit. b DSGVO zur öffentlichen Beratung erlassen. Die Richtlinie soll sicherstellen, dass sich Verantwortliche nur auf die Grundlage der Notwendigkeit für die Vertragserfüllung berufen, wenn diese auch angemessen und fair für die betroffenen Personen ist.

Die neue "Richtlinie 2/2019 über die Verarbeitung von personenbezogenen Daten nach Art. 6.1 lit. b DSGVO im Rahmen der Erbringung von online Diensten" wird die Anwendung dieser Rechtsgrundlage im Bereich der online Dienste wohl erheblich einschränken. Die Richtlinie wird auf die Erbringer von online Diensten unabhängig davon wie sie sich finanzieren Anwendung finden. Die neue Richtlinie enthält insbesondere Erläuterungen betreffend die nachfolgenden Punkte:

  • Das Zusammenspiel von Art. 6.1 lit. b DSGVO mit anderen gesetzlichen Grundlagen für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten. Insbesondere ist der EDSA der Ansicht, dass Verantwortliche sich auf eine andere Rechtsgrundlage stützen sollten, wenn die Verarbeitung faktisch nicht für die Erfüllung eines Auftrages erforderlich ist.
  • Der Anwendungsbereich von Art. 6.1 lit. b DSGVO und der darin verwendete Begriff der Notwendigkeit. Es wird in der Richtlinie unter anderem festgehalten, dass Notwendigkeit nicht nur auf das abzielt, was gemäss Vertrag erlaubt ist oder darin festgehalten wurde.
  • 6.1 lit. b DSGVO verlangt in Verbindung mit der Rechenschaftspflicht zudem, dass die Verarbeitung von personenbezogenen Daten einen gültigen Vertrag erfordert und dass die Verarbeitung für die Erfüllung dieses Vertrages zwischen dem Verantwortlichen und der betroffenen Person für die Durchführung notwendig ist.
  • Der Verantwortliche muss im Zeitpunkt des Abschluss des Vertrages die Auswirkungen einer Kündigung auf die Rechtsgrundlage bereits bei Abschluss des Vertrages abschätzen und diese auch entsprechend regeln.
  • Bei der Notwendigkeit der Datenverarbeitung im vorvertraglichen Stadium, sind unerwünschte Marketing- oder andere Verarbeitungstätigkeiten, die ausschliesslich auf Initiative des Verantwortlichen durchgeführt werden von der Rechtsgrundlage in Art. 6.1 lit. b DSGVO nicht gedeckt.
  • Anwendungsbeispiele von Art. 6.1 lit. b DSGVO.

Für mehr Informationen stehen wir gerne zu Ihrer Verfügung oder klicken Sie auf den untenstehenden Button, um zu den Richtlinien auf Englisch zu gelangen.

GUIDELINES  

 

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Topics: Datenschutz | Geistiges Eigentum

  
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Nicola Benz

Nicola Benz spezialisiert sich auf Technologie- und Life-Sciences-Transaktionen und betreut Technologieunternehmen vom Start-Up bis zu etablierten Grossunternehmergruppen sowie Investoren, Zulieferer und Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen und Sektoren. Zu ihren weiteren Fachkompetenzen gehören das Outsourcing, Lizenzerteilungen, Joint Ventures und Kooperationen sowie die damit verbundenen Aspekte des geistigen Eigentums. Zudem verfügt Nicola Benz über langjährige Erfahrung als Rechtsberaterin für die Ausarbeitung von Handelsverträgen, Wettbewerbs- und regulatorischen Fragen sowie zum Datenschutz. Nicola Benz ist weltweit eine der führenden Rechtsexpertinnen für Patent- und Technologielizenzen sowie des gewerblichen Rechtsschutzes. Chambers Europe (2018) hat sie als führend in den Be-reichen Intellectual Property und Life Science eingestuft und sie wurde in der Ausgabe 2018 der Legal 500 EMEA für Intellectual Property sowie TMT Anliegen empfohlen. In der Publikation "Who's Who Legal 2018" wurde sie zudem als Vordenkerin für Datenschutzrecht genannt. Als gebürtige Schottin absolvierte Nicola Benz ihr Jurastudium an der University of Edinburgh (LLB Hons) 1997. Im Jahr 2002 trat sie als Rechtsanwältin in unsere Kanzlei ein, wurde 2010 Partnerin und seit 2017 ist sie Managing Partnerin von Froriep Legal. Ihre Arbeitssprachen sind Englisch und Deutsch. Sie ist Mitglied des Zürcher Anwaltsverbandes, der International Trademark Association (INTA), der Licensing Executives Society (LES) und der International Technology Law Association (iTechLaw).

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Cornelia Mattig

Cornelia Mattig hat sich auf den Gebieten des Datenschutz-, des Immaterialgüter- sowie dem Gesellschafts- und Handelsrechts spezialisiert. Seit 2018 arbeitet Cornelia Mattig bei Froriep. Bevor sie zu Froriep kam, hat sie als Substitutin bei Firmen in Irland, Deutschland und in der Schweiz gearbeitet. Sie hat zudem ein Auditoriat am Bezirksgericht March im Kanton Schwyz absolviert. Nachdem sie die Anwaltsprüfung im Kanton Schwyz bestanden hat, arbeitete Cornelia Mattig in einer Treuhand- und Revisionsgesellschaft als Urkundsperson und Anwältin. Sie hat ihr Studium an der Universität Zürich mit einem Master of Law (mit Vertiefung im Wirtschaftsrecht) 2014 abgeschlossen. Ihren LL.M. im Bereich Europarecht von der Queen Mary University of London hat sie 2017 erhalten. Sie wurde 2018 als Anwältin zugelassen. Sie verfügt zudem über ein Zertifikat als Datenschutzbeauftragte von der Universität Maastricht. Ihre Arbeitssprachen sind Deutsch und Englisch.

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