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Do's und Don'ts im öffentlichen Beschaffungswesen

Veröffentlicht von am 23. Februar 2018

Bereits zum vierten Mal durfte FRORIEP anlässlich einer Veranstaltung der Handelskammer Frankreich-Schweiz und der elsässischen Industrie- und Handelskammer Eurometropole am 25. Januar 2018 in Strasbourg (F) französischen Unternehmen die "Dos und Don'ts" im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens in der Schweiz präsentieren.

öffentliches-beschaffungswesen-duerig-brogini.jpegWir hatten dabei erneut die Gelegenheit, unser Fachwissen und unsere beruflichen Erfahrungen im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens interessierten Unternehmen näher zu bringen. Im Unterschied zu den vergangenen Veranstaltungen der Réseau Commande Publique Alsace und der Chambre de Métiers d'Alsace am 24. Februar 2016 in Colmar, der Handelskammer Frankreich-Schweiz am 28. April 2016 in Genf sowie der Industrie- und Handelskammer von Lyon am 17. März 2017 in Lyon war der Fokus der diesjährigen Veranstaltung auf den Bahnsektor in der Schweiz ausgerichtet.

Vor den zahlreichen französischen Unternehmen, welche in Strasbourg anwesend waren, präsentierten wir unter anderem die nachfolgend aufgelisteten fünf goldenen Regeln, welche von Anbietern bei der Teilnahme an einer öffentlichen Ausschreibung in der Schweiz beachtet werden sollten.

  1. Lesen Sie die Ausschreibungsunterlagen sorgfältig durch! Dies ermöglicht es Ihnen nicht nur, ein Angebot abzugeben, welches den vorgegebenen Anforderungen entspricht, sondern insbesondere auch zu beurteilen, ob Sie eine Chance haben, den Zuschlag zu erhalten. Dadurch verschwenden Sie nicht Zeit und Geld damit, eine Offerte zusammenzustellen, welche den Kriterien in den Ausschreibungsunterlagen von Vornherein nicht entspricht. 
  1. Der erste Eindruck zählt. Der erste Eindruck ist Ihre Offerte. Sie muss streng nach den in den Ausschreibungsunterlagen festgelegten Anforderungen strukturiert werden. Andernfalls wird Ihre Offerte nicht berücksichtigt werden. 
  1. Stellen Sie Fragen! Die Gelegenheit, der ausschreibenden Behörde Fragen zu stellen, sollte genutzt werden, um die Anforderungen an die Offerte besser zu verstehen. Das kommt bei der ausschreibenden Behörde nicht etwa schlecht an – im Gegenteil, diese profitiert von einem Feedback, da sie ihre Ausschreibungsunterlagen zukünftig exakter formulieren kann. 
  1. Versuchen Sie nicht zu verhandeln. Die von der ausschreibenden Behörde vordefinierten Eignungskriterien müssen vollständig erfüllt sein, damit Sie überhaupt an der Ausschreibung teilnehmen können. Falls Sie diese Kriterien von Anfang an nicht erfüllen können oder wollen, dann bringt es nichts eine Offerte zusammenzustellen. 
  1. Mach Sie es das nächste Mal besser. Wenn Sie den Zuschlag nicht erhalten haben, können Sie die ausschreibende Behörde um ein Debriefing (d.h. eine Nachbesprechung) bitten. Auf diese Weise können Sie zumindest nachvollziehen, warum Ihre Offerte nicht angenommen wurde, und allfällige Fehler das nächste Mal vermeiden.

Die anwesenden Unternehmen wurden weiter darauf hingewiesen, dass sie aufgrund ihres Verhaltens von einem laufenden oder zukünftigen öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschlossen werden können, wenn sie (keine abschliessende Aufzählung):

  1. Falsche Informationen über Referenzprojekte abgeben bzw. inexistente Referenzen angeben.

  2. Die Arbeitsbedingungen und die in den Kollektiv- oder Standardarbeitsverträgen des betreffenden Berufes aufgeführten Mindestlöhne (bzw. sofern es keine gibt, den Standardlohn des Schweizer Markts) nicht einhalten (um den Mindestlohn in der Schweiz zu berechnen besuchen Sie bitte die Informationsplattform des Bundes Arbeitnehmende in die Schweiz entsenden oder den Individuellen Lohnrechner des Bundes).

  3. Sich an Abreden beteiligen, die wirksamen Wettbewerb ausschalten oder erheblich beeinträchtigen. 

  4. Die massgebenden Steuern (Mehrwertsteuer, Quellensteuer, etc.), Sozialversicherungsbeträge oder Sozialabgaben (inkl. Unfallversicherung, Pflichtversicherung, etc.) in der Schweiz nicht bezahlen. 

  5. Ihr Unternehmen von Personen vertreten lassen, die in den letzten zwei Jahren wegen schwerem beruflichen Fehlverhaltens verurteilt worden sind. 

Um weitere Informationen über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz, insbesondere im Bereich des Bahnsektors, zu erhalten, können Sie nachfolgend unsere Präsentation zum öffentlichen Beschaffungswesen in der Schweiz herunterladen.

PRÄSENTATION (PDF)

Eine nächste Veranstaltung zum Thema öffentliches Beschaffungswesen, organisiert von der Handelskammer Schweiz-Frankreich, wird am 16. März 2018 in Basel stattfinden. Froriep Associate Romina Brogini und Froriep Counsel Benjamin Dürig werden als Referenten an der Round Table Diskussion teilnehmen. Klicken Sie hier für mehr Informationen.

Lesen Sie diesen Blogpost auf Französisch:
Quelques conseils en matière de marchés publics en Suisse, de Benjamin Dürig et Romina Brogini

 

Themen: Wirtschaftsverwaltungsrecht

  
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Benjamin Dürig

Benjamin Dürig ist ein erfahrener Transaktionsanwalt mit Schwerpunkt M&A und Finanzierungstransaktionen sowie Gesellschaftsrecht. Benjamin Dürig berät Klienten in M&A-Transaktionen und Unternehmensfinanzierungen und ist ein erfahrener Teamleiter in komplexen Transaktionen. Er berät börsenkotierte und private Gesellschaften, inklusive regulierte Finanzunternehmen. Er hat fundiertes Fachwissen hinsichtlich Immobilienrecht in und ausserhalb von Transaktionen, einschliesslich regulatorischer Aspekte, Umweltrecht (Altlasten) und komplexer Geschäftsraummietverträge. Benjamin Dürig spricht regelmässig vor ausgewähltem Publikum zu Themen aus seiner Praxis, etwa bei internationalen Anwaltskonferenzen, vor Handelskammern oder Branchenorganisationen. Er trat unserer Kanzlei 2009 als Associate bei und wurde 2017 zum Counsel ernannt. Zuvor arbeitete er während mehreren Jahren an einem zürcherischen Bezirksgericht und bei einer französisch-sprachigen Anwaltskanzlei. Benjamin Dürig studierte an der Universität Zürich Rechtswissenschaften und erwarb 2007 das zürcherische Anwaltspatent. Er ist Mitglied des Schweizerischen Anwaltsverbands, des Zürcher Anwaltsverbandes, der Handelskammer Frankreich Schweiz und der International Association of Young Lawyers (AIJA). Er arbeitet in Deutsch, Französisch und Englisch.

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Romina A. Brogini

Romina Brogini ist auf öffentliche und zivile Prozessführung und Schiedsgerichtsbarkeit mit einem besonderen Fokus auf Immobilientransaktionen spezialisiert. Romina Brogini berät Klienten regelmässig zu Fragen des Bau- und Vergaberechts und ist für diese als Rechtsvertreterin bei komplexen öffentlichen Ausschreibungen tätig. Romina Brogini hat zudem Erfahrung in Schiedsgerichtsverfahren unter den ICC Rules. Romina Brogini trat Froriep 2014 als Associate bei, nachdem sie zuvor für eine führende Schweizer Anwaltskanzlei in Zürich gearbeitet hatte. Sie machte ihren Abschluss in Rechtswissenschaften an der Universität von Bern 2009 und erlangte im Jahr 2011 das Berner Anwaltspatent. Während ihrer Praktikumszeit absolvierte sie Praktika bei einer zweisprachigen Kanzlei in Biel und bei der Staatsanwaltschaft, Abteilung Wirtschaftskriminalität, in Bern. Sie ist Mitglied des Schweizer Anwaltsverbandes, des Zürcher Anwaltsverbandes, der Französisch-Schweizerischen Handels- und Industriekammer und der International Association of Young Lawyers (AIJA). Ihre Arbeitssprachen sind Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch.

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